Der Bitcoin gewinnt an Bedeutung

01-Euro-fDie virtuelle Währung Bitcoin gewinnt angesichts der weltweiten Schuldenkrise an Bedeutung. Der Bitcoin wurde im Jahr 2009 erstmals eingeführt. Das virtuelle Geld wird dezentral über das Internet verwaltet und ist von den Zentralbanken unabhängig. Jede Einheit wird verschlüsselt und mit einer unverwechselbaren Signatur gekennzeichnet. Der Bitcoin ist so gestaltet, dass maximal 21 Millionen Stück in den Umlauf gelangen können. Anders als bei anderen Währungen ist eine Inflation durch eine Ausweitung der Geldmenge daher nicht möglich.

Die Entstehung und Entwicklung der Bitcoins

Bitcoins werden durch „Mining“ geschaffen – das bedeutet: Jeder kann im Internet bestimmte mathematische Gleichungen lösen. Ist das Ergebnis richtig, erhält die jeweilige Person einen Bitcoin. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben nimmt kontinuierlich zu, so dass inzwischen Hochleistungsrechner oder mehrere miteinander gekoppelte Computer erforderlich sind, um die Gleichungen zu lösen. Die ersten Waren, die mit Bitcoins gekauft wurden, waren zwei Pizzen, die im Mai 2010 für erstaunliche 10.000 Bitcoin erstanden wurden, was zu dieser Zeit ungefähr der Summe von 11 Euro entsprach. Damals notierte die Währung noch bei winzigen Cent-Beträgen. In Kanada bot ein Mann sein Haus im Gegenwert von 395.000 US-Dollar auch in Bitcoin zum Verkauf an.

Der Wert der Währung konnte in den vergangenen Monaten beträchtlich zulegen. Am 10. April 2013 war ein einziger Bitcoin 263 US-Dollar wert. Nach dieser heftigen Spekulationsblase, die auch in den Medien große Resonanz fand, fiel der Wert jedoch drastisch auf 135 US-Dollar ab. Noch im April 2011 erhielt man einen Bitcoin für einen US-Dollar. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die neue virtuelle Währung bei ihrem Höchststand in ihrem Wert mehr als ver-260-facht. Dennoch bleibt der Bitcoin aufgrund zahlreicher Risiken und wegen erheblicher Sicherheitsprobleme äußerst umstritten und wird kontrovers beurteilt.

Der Bitcoin und die Schuldenkrise

Weltweit steigen die Schulden inzwischen auf ein astronomisches Niveau. Die Eurozone, die USA und Japan türmen riesige Schuldenberge auf. Langfristig hat dies Auswirkungen auf die Stabilität der Währungen. Der Bitcoin stellt eine Möglichkeit dar, ein von den Zentralbanken unabhängiges internationales Zahlungsmittel zu schaffen. Ob es sich letztlich durchsetzt, bleib ungewiss; denn ohne eine offizielle Anerkennung in mehreren Staaten wird der Bitcoin sich als Parallelwährung nur schwer etablieren können.

Im Zuge der Schuldenkrise nahm das Interesse am Bitcoin vor allem in Ländern wie Spanien und Zypern zu. Inzwischen gibt es auch bereits Bitcoin Apps, mit deren Hilfe man den aktuellen Wechselkurs und andere Daten schnell aufrufen kann.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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