Das Hindenburg-Omen: Kommt der Crash?

15-Sonne-aMit dieser überaus merkwürdigen Bezeichnung wird eine Kursformation beschrieben, die in der Vergangenheit häufig einen schweren Crash an den Börsen angekündigt hat. Als der Zeppelin „Hindenburg“ am 6. Mai 1937 in Lakehurst landen wollte, ging das mit Wasserstoff gefüllte Luftschiff in Flammen auf. Über die Jahrhundert-Katastrophe wurde damals in allen Medien berichtet. Das Desaster besiegelte das Ende des Zeppelins in der Luftfahrt.

Der Begriff wurde von Jim Miekka in die Börsenanalyse eingeführt. Dabei wird verglichen, wie viele Aktien sich an der New Yorker Börse in einem Abwärtstrend befinden und wie viele weiter steigen. Als Grundlage dient das 52-Wochen-Tief und -Hoch. Zusätzlich gibt es noch weitere Indikatoren.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Kursrückgangs von mehr als fünf Prozent bei einer Wahrscheinlichkeit von 77 Prozent liegt, wenn ein Hindenburg-Omen auftritt. Der mehr oder minder ausgeprägte Crash an den Aktienmärkten findet in der Regel 40 Tage nach dem Erscheinen dieses Phänomens statt. Experten beunruhigt, dass am 31. Mai 2013 ein solches Hindenburg-Omen auftrat. Damit die Formation als gültig anerkannt wird, muss das Phänomen durch eine weitere solche Formation zeitnah bestätigt werden. Genau dies geschah am 4., am 10. und am 19. Juni 2013. In der Woche vom 5. bis 8. August 2013 erschien der Crash-Indikator dann gleich drei Mal.

Die Krise in der Eurozone geht weiter

Natürlich ist die charttechnische Analyse sehr umstritten. Manche Fachleute halten sie für unwissenschaftlich und fragwürdig und lehnen sie deshalb grundsätzlich ab. Tatsache ist allerdings, dass die Krise in der Eurozone weitergeht.

Griechenland wird auf jeden Fall einen umfassenden Schuldenschnitt benötigen, und Portugal und Zypern sind auf neue Milliardenhilfen aus Brüssel angewiesen. Keines der drängenden Probleme wurde bislang überzeugend gelöst, so dass die Instabilität anhält. Die Kluft zwischen Arm und Reich in den Mittelmeerländern nimmt aufgrund der hohen Arbeitslosenzahlen stetig zu. In Italien kann die Regierung kaum noch Reformen durchsetzen, und auch die Schwellenmärkte sind inzwischen in die Krise geraten, wie das Beispiel Brasilien verdeutlicht.

Im Herbst nach der Bundestagswahl könnte das ganze Ausmaß der Schuldenkrise wieder in den Vordergrund treten.

Das Buch zum Blog

In meinem Buch Europa im Würgegriff können Sie Ursachen, Abläufe und Auswirkungen von Finanzkrisen nachlesen. Dabei stelle ich auch historische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge der aktuellen Krise dar. Lassen Sie sich überraschen, wie lange es bereits Krisen gibt, wie oft bekannte Staaten bereits Bankrott melden mussten und was eine Schwarzwälder Familie machen würde, wenn es den Euro nicht mehr geben würde. Dies und viel mehr steht in meinem aktuellen Buch. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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