Der politische Stillstand

16-Safe-cIn verschiedenen Ländern zeichnet sich ein politischer Stillstand ab, der auch die Reformbemühungen zum Erliegen bringt. Für die Krise in der Eurozone ist dies besonders verhängnisvoll, denn die meisten Probleme sind weiterhin ungelöst.

Deutschlands Unentschlossenheit

Nach der Bundestagswahl stehen schwierige Koalitionsgespräche an. In der Wirtschafts- und Europapolitik wird es zu einer zögerlichen und abwartenden Haltung kommen. Die SPD und die CDU stimmen ebenso wie die Grünen in etlichen europapolitischen Grundsatzfragen im Prinzip überein – auch wenn die Parteien unterschiedliche Akzente setzen. Das Ergebnis der Bundestagswahl hat aber eines deutlich gemacht: Die Bürgerinnen und Bürger sorgen sich wesentlich mehr um die Krise in der Eurozone, als dies öffentlich zutage tritt oder im Wahlkampf thematisiert wurde. Das sehr gute Abschneiden der CDU und der Achtungserfolg der AfD belegen, dass der Euro als Thema nichts an Brisanz verloren hat. Weiterlesen

Frankreich verliert an Wettbewerbsfähigkeit

17-Muenze-cFrankreich, das eigentlich zum Kern der Eurozone zählt, büßt immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit ein. Obwohl zahlreiche Reformen angekündigt wurden, sind die meisten nicht oder nur halbherzig umgesetzt worden. Die Wirtschaft versinkt immer tiefer in der Rezession. Weiterlesen

Die Gefahren der Bankenunion

17-Muenze-aDie EU-Kommission versucht, die Bankenunion so schnell wie möglich zu etablieren. In einigen südeuropäischen Ländern sind zahlreiche Institute unterkapitalisiert und benötigen Finanzhilfen. Das Problem, das die schwere Krise von 2007/2008 auslöste, ist bis heute nicht überzeugend gelöst. Viele toxische Kredite wurden zwar in Bad Banks ausgelagert, aber noch immer sitzen die Banken auf Krediten, die nicht mehr bedient werden. Vor allem der Bankensektor in Spanien und in Slowenien steht vor neuen Herausforderungen. Weiterlesen

Das Ende des Wohlstands

15-Sonne-aEuropa ist am Ende des Wohlstands angelangt. Die satten Jahrzehnte, in denen es zumindest ein einigermaßen akzeptables Wirtschaftswachstum gab, sind vorbei. Die Reallöhne sinken, und viele müssen mit erheblichen Einschnitten bei der Alterssicherung rechnen. Weiterlesen

Ist Gold die Lösung?

16-Safe-aViele Kritiker des Euro plädieren für die Einführung eines neuen Goldstandards, um eine stabile und sichere Währung zu schaffen. Doch ist der Goldstandard tatsächlich eine sinnvolle Lösung?

In früheren Jahrhunderten sorgten Silber- und Goldmünzen dafür, dass das Vermögen, welches die Menschen angesammelt hatten, nicht einfach zerstört werden konnte – weder durch eine Inflation noch durch eine Währungsreform. Moderne Währungssysteme beruhen nur auf einer sehr fragwürdigen Grundlage: dem Vertrauen. In dem Augenblick, in dem das Vertrauen in eine Währung verloren geht, ist der Ruin vorprogrammiert. Insofern hatten es die Menschen in früheren Epochen mit Gold- und Silbermünzen wesentlich einfacher, sich gegen solche Entwicklungen zu schützen. Allerdings gab es auch schon damals Münzverschlechterungen in der Spätantike und in der Neuzeit, bei denen unedle Metalle beigemischt wurden.

Das Greshamsche Gesetz

Bereits im 16. Jahrhundert beschrieb der britische Ökonom Thomas Gresham das nach ihm benannte volkswirtschaftliche Gesetz, dem zufolge die schlechten Münzen die guten im Handel verdrängen. Gresham beriet sogar die englische Königin Elisabeth I. Eine Münzverschlechterung bewirkt, dass werthaltige Münzen, die noch genügend Gold oder Silber enthalten, gehortet werden.

Mit der Einführung der Banknoten, die sich endgültig erst im neunzehnten Jahrhundert durchsetzten, begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Geldsystems. Zuerst wurden die Banknoten nur dadurch akzeptiert, dass der Staat eine umfassende Deckung durch Gold garantierte. Doch diese Sicherung wurde sehr schnell immer mehr zurückgefahren. Schon im deutschen Kaiserreich nach 1871 konnten die Goldreserven nur ein Drittel der Banknoten absichern. Nach dem Ersten Weltkrieg gaben zahlreiche Staaten den Goldstandard endgültig auf.

Das System von Bretton Woods

Das System von Bretton Woods sorgte nach 1945 für eine gewisse Stabilität. Die USA garantierten die Einlösung von US-Dollar in eine festgelegte Menge Gold und sorgten auf diese Weise für Vertrauen. Der US-Dollar wurde zur weltweiten Ankerwährung. Als die Staatsausgaben jedoch in den 1960er rasant anstiegen und der Vietnam-Krieg die Staatsverschuldung in die Höhe trieb, war die Goldbindung nicht mehr zu halten. Als Anfang der siebziger Jahre das gelbe Edelmetall freigegeben wurde, entstand eine beispiellose Goldhausse, die den Preis von ursprünglich 35 US-Dollar auf über 800 US-Dollar je Feinunze im Jahr 1980 entfesselte.

Ist ein neuer Goldstandard die Lösung?

Die Antwort lautet: nein. Denn die hohe Staatsverschuldung weltweit ist so enorm, dass die Einführung eines Goldstandards zu einer Deflation führte, die die Weltwirtschaftskrise von 1929 in den Schatten stellen würde. Eine solche drastische Maßnahme würde keine Volkswirtschaft überstehen. Langfristig wäre aber eine Währung sinnvoll, die nicht auf dem fragwürdigen Vertrauen in eine Volkswirtschaft und in eine Notenbank beruht. Diese Währung müsste international gültig sein und auf einem Wert basieren, der nicht beliebig vermehrt werden kann. Es wäre auch denkbar, ein neues Bretton Woods zu etablieren, das als Anker mehrere Edelmetalle oder einen breit gestreuten Währungskorb verwendet.

Das Buch zum Blog

In meinem Buch Europa im Würgegriff können Sie Ursachen, Abläufe und Auswirkungen von Finanzkrisen nachlesen. Dabei stelle ich auch historische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge der aktuellen Krise dar. Lassen Sie sich überraschen, wie lange es bereits Krisen gibt, wie oft bekannte Staaten bereits Bankrott melden mussten und was eine Schwarzwälder Familie machen würde, wenn es den Euro nicht mehr geben würde. Dies und viel mehr steht in meinem aktuellen Buch. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.