Der Bitcoin – das Gold des Internetzeitalters?

09-Tempel-cImmer mehr Medien berichten nun über den Bitcoin, der dank seines Höhenflugs ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Am 19.11.2013 erreichte der Bitcoin im Tagesverlauf einen Spitzenwert von über 900 US-Dollar Doch ist die virtuelle Währung eine realistische Alternative für Euro, US-Dollar oder Schweizer Franken?

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Der Höhenflug des Bitcoin

16-Safe-aDie virtuelle Währung Bitcoin erreichte Mitte November einen Spitzenkurs von 420 US-Dollar. Dieser Anstieg ist überaus erstaunlich, denn noch im Jahr 2010 notierte der Bitcoin bei unter zwei US-Dollar.

Angesichts der expansiven Geldpolitik, die die Notenbanken weltweit betreiben, schwindet das Vertrauen in die herkömmlichen Währungen. Erst kürzlich senkte die Europäische Zentralbank in einem historischen Schritt den Leitzins auf 0,25 Prozent. Geld beruht heute anders als in früheren Jahrhunderten, als es eine Golddeckung oder zumindest Münzen aus Edelmetall gab, auf dem Vertrauen in eine oder mehrere Volkswirtschaften. Eine Währungsreform kann heute am Wochenende per Knopfdruck in Sekundenschnelle vorgenommen werden. Außerdem sind weltweit in kürzester Zeit Billionen in den Geldkreislauf gepumpt worden. Die Bilanzsumme einiger Notenbanken hat sich innerhalb weniger Jahren vervielfacht.

12 Millionen Bitcoins sind im Umlauf

Eine Währung, die vom brüchigen und zweifelhaften Vertrauen in eine Volkswirtschaft unabhängig ist, gewinnt so an Interesse. Der Bitcoin könnte ein aussichtsreicher Kandidat sein, denn er ist streng reguliert. Die Geldmenge wird durch die Programmierung der virtuellen Münzen auf eine Höchstmenge von 21 Millionen beschränkt. Derzeit sind rund 12 Millionen virtuelle Bitcoin-Münzen im Umlauf. Immer mehr Händler und renommierte Internetdienstleister akzeptieren inzwischen den Bitcoin als Zahlungsmittel. Der chinesische Internetgigant Baidu nimmt bereits Bitcoins entgegen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit auch andere Internetkonzerne, die virtuelle Währung als Zahlungsmittel einführen. Der erste Geldautomat, an dem Bitcoins erworben werden können, wurde bereits in Vancouver eröffnet.

Da die virtuelle Währung nur durch Mining, also durch aufwändige Rechenvorgänge „geschürft“ werden kann, steigt die Geldmenge nur langsam, zumal die Aufgaben, die gelöst werden müssen, immer komplexer werden. Experten haben inzwischen ausgerechnet, dass sich die Anschaffung von Hochleistungsrechnern bezahlt macht, wenn dadurch genügend Bitcoins im Internet entdeckt werden. Mit dem exponenziell steigenden Schwierigkeitsgrad des Mining werden jedoch immer schnellere Prozessoren und komplexere Rechenvorgänge erforderlich. Voraussetzung für den Erfolg sind zudem günstige Strompreise, so dass Standorte in Nordamerika eher profitieren.

Von Zentralbanken abhängige Währungen haben sich in der Wirtschaftsgeschichte nicht wirklich bewährt. Früher oder später tendiert die Politik dazu, die Geldmenge deutlich auszuweiten und eine Inflation in Kauf zu nehmen. Der Bitcoin zeigt hingegen eine deflatorische Entwicklung, da die Geldmenge definitiv auf 21 Millionen Einheit begrenzt ist. Darüber hinaus werden Bitcoins auch gehortet.

Insgesamt betrachtet könnte sich der Bitcoin zu einer interessanten Alternative für goldgedeckte Währungen entwickeln. Der Durchbruch kann letztlich aber nur gelingen, wenn die Sicherheitsprobleme gelöst werden.

Das Buch zum Blog

In meinem Buch Europa im Würgegriff können Sie Ursachen, Abläufe und Auswirkungen von Finanzkrisen nachlesen. Dabei stelle ich auch historische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge der aktuellen Krise dar. Lassen Sie sich überraschen, wie lange es bereits Krisen gibt, wie oft bekannte Staaten bereits Bankrott melden mussten und was eine Schwarzwälder Familie machen würde, wenn es den Euro nicht mehr geben würde. Dies und viel mehr steht in meinem aktuellen Buch. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.

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Der Paukenschlag der EZB

01-Euro-bFür viele Experten völlig unerwartet senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins auf das historische Rekordniveau von 0,25 Prozent. Dadurch nähern sich die großen Wirtschaftsräume USA, Japan und Europa an. Die Märkte weltweit werden mit Geld förmlich überflutet. Noch nie in der Wirtschaftsgeschichte gab es eine derartige Liquidität. Was werden die Konsequenzen sein? Weiterlesen

Die niedrigen Zinsen belasten

01-Euro-cWie wenig beständig der konjunkturelle Aufschwung ist, machen die historisch niedrigen Zinsen deutlich. Noch nie gab es in Europa einen Leitzins von 0,5 Prozent, und in Japan und den USA stellt das Niveau von 0 bis 0,25 Prozent ohnehin einen Rekord in der Wirtschaftsgeschichte der Neuzeit dar.

Ursachen dafür sind die schleppende wirtschaftliche Belebung. Trotz aller Maßnahmen und Liquiditätshilfen springt die Konjunktur weder in Europa noch in anderen Teilen der Welt in dem gewünschten Ausmaß an. Inzwischen befürchten einige Experten sogar eine Deflation. Das Zinsniveau wird daher weiterhin im Tal verharren, und es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Europäische Zentralbank die Schleusen weiter öffnet, um die lahmende Konjunktur in weiten Teilen Europas zu beflügeln.

Die Auswirkungen sind verheerend

Das Niedrigzinsniveau macht vor allem Versicherungen zu schaffen. Nur in Deutschland und in den Niederlanden müssen die Assekuranzen einen hohen Garantiezins erwirtschaften, was mit Anleihen kaum noch möglich ist. Doch Investments in Aktien oder Immobilien spielen nur eine unbedeutende Rolle. Ähnlich ergeht es den Pensionsfonds, so dass in Zukunft auch die Betriebsrenten sinken werden. Die betriebliche Altersversorgung ist längst keine ausreichende Kompensation mehr für sinkende gesetzliche Renten. Inzwischen sind sogar Bausparkassen betroffen, die einst Bausparverträge mit hohen Renditen für Sparer angeboten hatten.

Die niedrigen Zinsen fordern überall ihren Tribut: Langfristig werden viele Formen der Altersvorsorge betroffen sein. Schon jetzt sind die Zinsen, die für Banksparpläne, Rentenversicherungen, Riester-Renten und andere verzinsliche Produkte geboten worden, auf einem Tiefpunkt angelangt.

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Schon in den Fünfzigerjahren hatten die USA durch niedrige Zinsen und staatlich festgelegte Höchstzinsen für einen Schuldenabbau gesorgt, der zu Lasten der Sparer ging. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Niedrigzinsumfeld anhält, ist sehr groß, solange die Krise in der Eurozone schwelt und die hohe Staatsverschuldung in vielen Ländern andauert.

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