Was das Jahr 2014 bringen wird

02-Klippe-cVorhersagen sind zwar immer gewagt, und auch führende Wirtschaftsforschungsinstitute lagen mit den Konjunkturprognosen häufig daneben, aber dennoch lohnt es sich, mögliche Szenarien auszuloten. Selbst wenn die Prognosen nicht zutreffen sollten, deuten sie zumindest an, welche Befürchtungen oder Hoffnungen zu einem gewissen Zeitpunkt verbreitet sind.  Fangen wir also an.

Vorhersage 1: Die Staatsschuldenkrise in der Eurozone wird wieder aktuell

Nach der Bundestagswahl, bei der das Thema umfassend ausgeklammert wurde, könnte die Krise erneut zurückkehren und für heftige Turbulenzen sorgen. Der Reformeifer in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal, Zypern und Italien erlahmt. Die Wettbewerbsfähigkeit nimmt kontinuierlich ab. Das Licht am Ende des Tunnels, das in der Politik gerne bemüht wird, ist das Licht eines entgegenkommenden Zuges.

Vorhersage 2: Mehrere Länder benötigen zusätzliche Hilfen

Zu diesen Ländern zählen Griechenland, Zypern, Portugal und Spanien. Man wird durch Umschuldungen und eine Verlängerung der Fristen versuchen, das Problem möglichst nicht an die Öffentlichkeit dringen zu lassen.

Vorhersage 3: Griechenland führt einen weiteren Schuldenschnitt durch

Die Regierung in Athen wird nichts unversucht lassen, um einen weiteren Cut zu erzielen. Diesmal müssten auch öffentliche Gläubiger wie die Europäische Zentralbank drastische Einbußen hinnehmen. Die Bundesregierung wird etliche Milliarden bereitstellen müssen, um die Verluste auszugleichen.

Vorhersage 4: Die wirtschaftliche Lage in Frankreich verschlechtert sich

Die Arbeitslosenquote steigt deutlich an, und das Land verliert immer mehr an Wirtschaftsdynamik. Die Wettbewerbsfähigkeit lässt erheblich nach, und Frankreich wird auf weitere Lockerungen in der Geldpolitik der EZB drängen.

Vorhersage 5: Die Eurozone rutscht erneut in die Rezession

Etliche Länder in der Eurozone fallen in die Rezession zurück. Die hohen Arbeitslosenquoten in Griechenland und Spanien, eine sinkende Kaufkraft und ein Mangel an Innovationsfähigkeit führen zu einem erneuten Konjunkturrückgang. Auch Deutschland gerät in den Sog der Rezession.

Vorhersage 6: Die EZB kauft Staatsanleihen

Die Europäische Zentralbank greift zum letzten Mittel, um die Konjunktur anzukurbeln. Da eine zusätzliche Senkung der Leitzinsen kaum noch Wirkungen zeigen würde, kauft die Zentralbank Staatsanleihen aus den krisengeschüttelten Mittelmeerländern.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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