Die Weltwirtschaft im Umbruch

02-Klippe-dIm 21. Jahrhundert wird sich die Weltwirtschaft grundlegend verändern. Die Karten werden völlig neu gemischt. Im Folgenden möchte ich einige der wichtigsten Aspekte aufzeigen.

Die neue Rolle Chinas

China wird früher oder später zur größten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Allein die Bevölkerungszahl und das Wirtschaftswachstum werden das Land an die Spitze katapultieren. Ein Symptom dafür ist, dass der Renminbi (die chinesische Währung) eine immer bedeutendere Rolle spielt. Noch ist die Währung nicht konvertibel, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Künftig soll der Zahlungsverkehr zwischen Deutschland und China direkt abgewickelt werden und nicht mehr über eine Drittwährung in Hongkong. China mag noch vor etlichen Herausforderungen stehen, was die Infrastruktur, den Umweltschutz und die Entwicklung des Landesinneren anbelangt, aber langfristig sind die Perspektiven ausgezeichnet.

Der Niedergang Japans

Verlierer auf dem asiatischen Kontinent ist Japan; denn es kann sich neben China kaum noch behaupten. Das hohe Alter der Bevölkerung, eine kaum vorhandene Einwanderung und mehr als zwei Jahrzehnte Deflation haben das Land ruiniert. Fukushima ist nur noch ein unheilvolles Omen für den Niedergang – ähnlich wie Tschernobyl das Ende der Sowjetunion einläutete.

Russland und die Krimkrise

Dem Land fehlt ein Modernisierungsschub. Noch immer hängt Moskau fast vollständig vom Energiesektor ab. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden mit außenpolitischen Aktionen übertüncht.

Die USA und Europa

Die Schuldenkrise hat die beiden Regionen fest im Griff. Das Wirtschaftswachstum fällt viel zu gering aus, um einen nennenswerten Schuldenabbau zu ermöglichen. Solange die Zinsen sich in einem historischen Tief befinden, ist die Gefahr noch nicht sichtbar. Langfristig aber werden die Schuldenberge die haushaltspolitischen Spielräume weiter einengen. Schwache Länder werden um einen Schuldenschnitt nicht herumkommen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Länder wie Spanien, Italien, Portugal, Frankreich oder Griechenland jemals erholen, kann als gering angesehen werden. Der Euro verhindert, dass diese Länder wirtschaftlich stark werden. Die fehlende Abwertungsmöglichkeit müsste durch eine erhöhte Innovationsfähigkeit kompensiert werden. Dafür sind die Wirtschaftssysteme dieser Länder jedoch zu wenig flexibel.

Das Buch zum Blog

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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