Die Weltwirtschaftskrise des 21. Jahrhunderts

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In der Weltwirtschaft gibt es gleich mehrere Regionen, die zum Auslöser einer neuen schweren Krise werden könnten. Schauen wir uns diese Szenarien an.

Ukraine und Russland

Der Krim-Konflikt verändert langfristig die politische Großwetterlage in Europa und könnte dazu führen, dass der Handel erheblich erschwert wird und dass einige Länder zusätzliche Milliardenhilfen benötigen. Auch die Versorgung mit Gas und Erdöl wird unsicherer. Für die von der Staatsschuldenkrise bereits betroffene Eurozone sind dies keine guten Nachrichten.

China

Die Konjunkturlokomotive der Weltwirtschaft hat beträchtliche Schwierigkeiten. Die Exporte aus China sind gegenüber dem Vormonat um dramatische 18,1 Prozent zurückgegangen. Für das Jahr 2014 wird ein Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent prognostiziert – das schwächste seit 1999. Die früheren Rekordzahlen von zehn Prozent werden nicht mehr erreicht. China benötigt aber eine große ökonomische Dynamik, um auch das Landesinnere zu entwickeln. Ein starker Rückgang beeinträchtigt den Ausbau der Infrastruktur und verhindert, dass die Mittelschicht sich weiter ausdehnt und die Kaufkraft zunimmt.

Die Krise von 2008 ist nicht überwunden

Sechs Jahre nach 2008, dem Höhepunkt einer „Weltwirtschaftskrise“ des 21. Jahrhunderts, haben sich viele Länder und Regionen noch immer nicht erholt.

In Griechenland und Spanien hält sich hartnäckig eine Arbeitslosenquote von über 27 Prozent. Die Staatsverschuldung steigt ungebremst, und einige Länder werden weitere Milliardenhilfen benötigen (insbesondere Griechenland). Noch immer sind viele südeuropäische Staaten nicht wettbewerbsfähig. Reformen finden nur oberflächlich statt. Weitere Schuldenschnitte, die durch eine Verlängerung der Kredite und Zinssenkungen noch verschleiert werden, sind unausweichlich. In den Bilanzen der Banken befinden sich noch immer unzählige toxische Kredite und Derivate in Billionenhöhe, deren Risiken noch nicht einmal annähernd erfasst sind.

Die schwere Krise, die 2007/2008 ausbrach, schwelt weiter und führt langfristig zu drastischen Verwerfungen in der Weltwirtschaft und in der geopolitischen Lage. Die tatsächlichen Auswirkungen werden erst in einigen Jahren deutlich sichtbar werden. Niemand hätte sich 1929 vorstellen können, wie die Welt im Jahr 1945 aussehen würde.

Eine solche verheerende Wirtschaftskrise wie 2007/2008 erzeugt Schockwellen, die sich – erst von der Öffentlichkeit kaum beachtet – in der Tektonik der Weltwirtschaft ausbreiten und dann an einer Schwachstelle Jahre später völlig unerwartet ein Beben auslösen.

Das Buch zum Blog

In meinem Buch Europa im Würgegriff können Sie Ursachen, Abläufe und Auswirkungen von Finanzkrisen nachlesen. Dabei stelle ich auch historische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge der aktuellen Krise dar. Lassen Sie sich überraschen, wie lange es bereits Krisen gibt, wie oft bekannte Staaten bereits Bankrott melden mussten und was eine Schwarzwälder Familie machen würde, wenn es den Euro nicht mehr geben würde. Dies und viel mehr steht in meinem aktuellen Buch. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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2 Gedanken zu „Die Weltwirtschaftskrise des 21. Jahrhunderts

  1. Besten Dank für diese sehr kritische Analyse, Herr Dr. Pilz.
    Das, was mir bei diesen – wie Schwarzmalerei anmutenden – Beschreibungen vollkommen fehlt, sind Handlungsempfehlungen oder auch nur Perspektiven.
    Tragen Sie diese noch nach?

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