Welche Folgen hat die Krim-Krise?

18-USB-bDie Krim-Krise erhöht die Gefahr, dass die Staatsschuldenkrise in Europa wieder aufflammt. In vielen Ländern legen die Börsen den Rückwärtsgang ein. Die Aktienkurse in Moskau gaben innerhalb eines Monats um fast 20 Prozent nach. Die Nervosität ist überall spürbar.

Langfristig könnte eine erneute Spaltung Europas zu erheblichen Wachstumseinbußen führen. Die Ukraine wäre dauerhaft auf Milliardenhilfen aus der EU angewiesen. Die Versorgung mit russischem Öl und Erdgas könnte zeitweise eingeschränkt sein. Sämtliche Prognosen müssten im Nachhinein deutlich nach unten korrigiert werden. Die langsame und ohnehin schleppende Erholung von Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal und Zypern könnte einen Rückschlag erleiden, wenn die Krim-Krise sich verschärft.

Wie reagiert China?

Erschwerend kommt hinzu, dass auch in China die Konjunktur längst nicht mehr stabil ist. Im Februar fielen die Exporte um 18,1 Prozent. Ein kaum zu übersehender Indikator ist dafür der Kupferpreis. Das rote Industriemetall steigt im Preis immer dann, wenn die Weltkonjunktur deutlich anzieht. Doch gegenwärtig ist genau das Gegenteil der Fall: In den vergangenen Monaten und Wochen brach der Kupferpreis überraschend drastisch ein. Im Dezember 2013 lag der Kupferpreis noch bei 7385 US-Dollar je Tonne und stürzte dann Mitte März 2014 auf 6433 US-Dollar.

Das ist ein Indiz dafür, dass in China weniger Rohstoffe nachgefragt werden; denn das asiatische Land allein verbraucht rund ein Drittel des weltweit produzierten Kupfers. Erschwerend kommt hinzu, dass auch China die Lage als kritisch einstuft und sich vermehrt von US-Staatsanleihen trennt. In der Geschichte ist bisher auch Folgendes einmalig: China ließ vor wenigen Tagen eine Anleihe eines Solarunternehmens ausfallen. Bislang wurden solche Schuldverschreibungen im Notfall von Peking gestützt.

Nach Expertenmeinung könnte China in Zukunft nur noch mit vier Prozent jährlich wachsen. Das hätte erhebliche Auswirkungen auf die EU und Nordamerika, für die China ein wichtiger und unentbehrlicher Wachstumsmarkt ist.

Die hohe Staatsverschuldung weltweit führt dazu, dass Länder schon durch eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Bedrängnis geraten. Ein gespaltenes Europa würde die Wachstumsaussichten dramatisch beeinträchtigen.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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Ein Gedanke zu „Welche Folgen hat die Krim-Krise?

  1. Das ist erst der Anfang, wir konnen vom Gluck reden das es noch keinen Krieg gibt. Ich glaube das zu einer grossen Eskalation bis Winter kommen wird. Wer daran beteiligt sein wird ist die FRAGE.

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