Index kündigt schwere Krise an

13-Burg-dSeit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers sind inzwischen fast sechs Jahre verstrichen. Viele denken, die Krise sei überstanden und man könne zur Tagesordnung übergehen. Selbst Griechenland ist an die Finanzmärkte zurückgekehrt. Aber stimmt dieser Eindruck?

Der neue Kalte Krieg

In Europa droht eine neue Spaltung in Ost und West.

Der Konflikt auf der Krim schwelt unvermindert weiter, und auch die Energieversorgung wird zum wunden Punkt in der Auseinandersetzung. Gelingt es nicht, eine Deeskalation herbeizuführen, könnte ein neuer Kalter Krieg die gesamte Weltwirtschaft belasten.

Die konjunkturelle Entwicklung lahmt

In vielen Ländern ist der private Konsum kaum gestiegen oder sogar rückläufig. Ein sicheres Indiz sind dafür die sinkenden Rohstoffpreise und die Krise in der Schifffahrt. Kaum ein anderer Indikator ist so verlässlich bei Prognosen wie der Baltic Dry, der die Transportkosten für den internationalen Schiffsverkehr anhand einzelner Rohstoffe wie Getreide erfasst. Seit Jahresbeginn ist der Baltic Dry Index um bedenkliche 56 Prozent eingebrochen. Weltweit gibt es erhebliche Überkapazitäten bei den Reedereien. Der Index gilt als ein Frühwarnsignal.

In der Regel tritt eine mehr oder minder schwere Rezession alle sechs bis sieben Jahre auf. Die Gefahr ist daher groß, dass in diesem Jahr oder 2015 ein erneuter konjunktureller Rückgang die Länder vor neue Herausforderungen stellt. Etliche Staaten befinden sich immer noch in einer kritischen Situation. Die Arbeitslosigkeit in Spanien und Griechenland ist unverändert hoch. Der Schuldenstand wurde kaum reduziert und hat sich in manchen Ländern sogar noch weiter erhöht.

Fazit

Die kommenden Monate werden zeigen, wie stabil die Weltwirtschaft ist. Insbesondere im oft crashgefährdeten Herbst könnte sich ein neues Unheil anbahnen. Aber auch in den nächsten Wochen hängt vieles davon ab, wie die Entwicklung in der Ukraine weitergeht.

Das Buch zum Blog

In meinem Buch Europa im Würgegriff können Sie Ursachen, Abläufe und Auswirkungen von Finanzkrisen nachlesen. Dabei stelle ich auch historische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge der aktuellen Krise dar. Lassen Sie sich überraschen, wie lange es bereits Krisen gibt, wie oft bekannte Staaten bereits Bankrott melden mussten und was eine Schwarzwälder Familie machen würde, wenn es den Euro nicht mehr geben würde. Dies und viel mehr steht in meinem aktuellen Buch. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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