Energiekrise im Mai?

02-Klippe-eIm Mai könnte sich die Lage in der Europäischen Union erheblich zuspitzen. Europa ist auf die umfangreichen Gaslieferungen aus Russland angewiesen.

Der Gaspreis wurde für die Ukraine von 268 US-Dollar auf 485 US-Dollar je 1000 Kubikmeter erhöht. Die Regierung in Kiew hat seit Monaten jegliche Zahlungen ausgesetzt. Inzwischen summieren sich diese Außenstände auf über 3,5 Milliarden US-Dollar.

Ein Lieferstopp bei einer Absperrung der Transitstrecke über die Ukraine hätte erhebliche Auswirkungen auf die EU. Europa bezieht immerhin  rund 38 Prozent des Erdgases aus Russland. Einen gewissen Ausgleich könnte die Pipeline durch die Ostsee schaffen.

In Deutschland wäre man für eine solche Krise schlecht gerüstet, denn bislang gibt es noch nicht einmal ein entsprechend ausgestattetes Hafenterminal, das Flüssiggas aus Schiffen (beispielsweise aus Kanada) übernehmen kann. Eine solche Infrastruktur besteht nur in Rotterdam.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Energiekrise wären erheblich. Die hohe Staatsverschuldung in vielen Ländern, die beträchtliche Arbeitslosigkeit in Südeuropa und die kaum spürbare konjunkturelle Erholung in der EU verschärfen das Problem.

Der Konjunkturzyklus ist gefährdet. In der Regel treten Rezessionen mittlerer Stärke im Durchschnitt alle sieben Jahre auf. Die letzte schwere Wirtschaftskrise von 2007/2008 ist noch jetzt spürbar, und viele Staaten befinden sich in einer Dauerdepression. Auch wenn es einige Hoffnungsschimmer gibt, so ist doch unverkennbar, dass große Teile der EU (Südeuropa) kaum wettbewerbsfähig sind. Eine Energiekrise und ein neuer kalter Krieg würden die gesamte Region weiter zurückwerfen.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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