Wie geht es mit der Eurozone weiter?

17-Muenze-aAuf den ersten Blick scheint es, als ob die Eurozone zur Normalität zurückkehrte: Portugal verlässt den Rettungsschirm, die Konjunktur in einigen sudeuropäischen Ländern zieht wieder leicht an, der Euro ist stabil, und die Staaten in der Eurozone sind sich einig in der Ukraine-Krise.

Doch wer genauer hinsieht, erkennt sofort, dass dieser Optimismus nicht Bestand hat. Seit der schweren Wirtschaftskrise im Jahr 2007/2008 haben manche Länder immer noch nicht die Folgeerscheinungen überwunden.  Trotz aller vollmundigen Beteuerungen hat kein Land die hohe Staatsverschuldung verringert. Im Gegenteil: In vielen Ländern steigt der Schuldenstand kontinuierlich. Selbst Deutschland, das sich gerne als Vorbild feiern lässt, kommt ohne Neuverschuldung nicht aus.

Die Krise wird erneut ausbrechen

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Krise wieder in Erscheinung tritt. In den Nachkriegsjahrzehnten sind in allen Ländern die Ausgaben stetig gesteigert worden. Inzwischen ist der Schuldenberg gigantisch. Diese Last kann nur durch eine hohe Inflation, einen drastischen Schuldenschnitt oder eine Krise abgetragen werden, in deren Schatten etliche Notfallmaßnahmen in Kraft gesetzt werden (beispielsweise eine Vermögensabgabe). Ein neuer kalter Krieg in Europa könnte die Lage erheblich verschärfen.

Der Euro vertieft die Kluft zwischen den Ländern; wer nicht wettbewerbsfähig ist, kann sich auf den Weltmärkten nicht mehr behaupten. Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland stehen schon jetzt auf der Verliererliste.

Die Herausforderungen für die Eurozone sind gewaltig: Ein sich anbahnender Ost-West-Konflikt, eine ungünstige Bevölkerungsentwicklung, eine marode Infrastruktur, völlig unzureichende Investitionen in das Bildungswesen, mangelnde Innovationsfähigkeit und eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit.

Das Buch zum Blog

In meinem Buch Europa im Würgegriff können Sie Ursachen, Abläufe und Auswirkungen von Finanzkrisen nachlesen. Dabei stelle ich auch historische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge der aktuellen Krise dar. Lassen Sie sich überraschen, wie lange es bereits Krisen gibt, wie oft bekannte Staaten bereits Bankrott melden mussten und was eine Schwarzwälder Familie machen würde, wenn es den Euro nicht mehr geben würde. Dies und viel mehr steht in meinem aktuellen Buch. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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