Kommt der Crash?

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In den vergangenen Tagen hat sich die Lage wieder angespannt. Steht uns ein Crash bevor? Kommt es zu einer erneuten schweren Wirtschaftskrise?

Die Ukraine und Argentinien

Die Lage in der Ukraine verschärft sich. Eine schnelle und nachhaltige Einigung der Konfliktparteien ist längst zu einer Illusion geworden. Ein Ost-West-Konflikt hätte unabsehbare Folgen für die gesamte Eurozone und würde alle bisherigen Wirtschaftsprognosen Makulatur werden lassen. Schon jetzt kündigt Italien an, dass das Wirtschaftswachstum wesentlich niedriger ausfalle als bislang vorhergesagt. Italiens Staatsverschuldung beträgt offiziell 133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Eurozone ist längst zu einer stagnierenden Wirtschaftsregion ohne Perspektiven geworden.

Hinzu kommt der Fall Argentinien. Gelingt es der Regierung in Buenos Aires nicht bis Ende Juli, mit den Hedgefonds eine einvernehmliche Lösung des Schuldenproblems zu finden, wäre das Land nach über einem Jahrzehnt wieder bankrott. Die Weltwirtschaft hat sich zwar inzwischen an diese Querelen und Unwägbarkeiten gewöhnt, aber diese Staatsinsolvenz könnte der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Auch im Nahen Osten ist die Sicherheitslage angespannt.

Was gegen einen Crash spricht

Der Euro wird noch etliche Jahre Bestand haben; denn die großzügige Geldpolitik der Zentralbanken verhindert, dass die exorbitanten Staatsschulden in eine Währungskrise münden. Solange die Länder in Südeuropa neue Finanzhilfen erhalten, wird die Krise nicht offen zutage treten.  Es wird vielmehr zu einer fortschreitenden Erosion der Wettbewerbsfähigkeit kommen, so dass große Teil der Eurozone auf Hilfen angewiesen sind. Alle sieben Jahre kommt es in der Regel zu einem ausgeprägten konjunkturellen Rückgang. 2015 könnte es wieder so weit sein.

Langfristig wird vermutlich ein japanisches Szenario Realität werden. Die Volkswirtschaften werden jahrzehntelang mit einem Nullwachstum oder gar einer leichten Rezession und weiter steigenden Staatsschulden sich dahinschleppen.

Aufgrund der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit wird die Eurozone aber wesentlich härter getroffen: Soziale Leistungen werden schrittweise immer mehr verringert und zurückgenommen, und die Kluft zwischen Arm und Reich nimmt drastisch zu.

Das Buch zum Blog

In meinem Buch Europa im Würgegriff können Sie Ursachen, Abläufe und Auswirkungen von Finanzkrisen nachlesen. Dabei stelle ich auch historische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge der aktuellen Krise dar. Lassen Sie sich überraschen, wie lange es bereits Krisen gibt, wie oft bekannte Staaten bereits Bankrott melden mussten und was eine Schwarzwälder Familie machen würde, wenn es den Euro nicht mehr geben würde. Dies und viel mehr steht in meinem aktuellen Buch. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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