Die unaufhaltsame Krise in Europa

17-Muenze-cIn der Zeit von 2009 bis heute ging es scheinbar aufwärts. Die Volkswirtschaften der Europäischen Union erholten sich von der schweren Krise, die 2007 und 2008 ausbrach. Doch die Erholung war in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Während Deutschland sehr schnell wieder aus der Talsohle herauskam und sich dynamisch entwickelte, blieb das Wachstum in Staaten wie Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland weiter hinter den Erwartungen zurück.

Im Grunde ähnelt dieser Trend den dreißiger Jahren, als nach der Weltwirtschaftskrise  von 1929 eine leichte Erholung zu verzeichnen war. Doch unter der Oberfläche bauten sich erhebliche Spannungen auf.

Europa vor der Zerreißprobe

In der Gegenwart erkennen wir, dass die meisten Probleme bislang völlig ungelöst sind. Der Bankensektor in Europa weist eine Vielzahl von Krediten auf, die langfristig abgeschrieben werden müssen. Die Staatsverschuldung ist trotz aller Ankündigungen und Beteuerungen stetig weiter gestiegen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese ernsthaften Probleme wieder deutlich sichtbar werden. Bislang hat die expansive Geldpolitik der EZB nur dafür gesorgt, dass die Politik mehr Zeit erhielt, um die Schwierigkeiten zu lösen. Aber nur sehr halbherzig wurden einzelne Maßnahmen beschlossen. Diese Taktik der kleinen Schritte wird aber nicht aufgehen. Dafür sind die Probleme in der EU zu ernst. Es ist naiv zu glauben, dass ein Land wie Griechenland oder Spanien jahrelang mit einer Massenarbeitslosigket von 25 bis 27 Prozent leben kann, ohne dass die Gesellschaft auseinanderbricht und sich polarisiert.

Die gesamte Region verliert zudem an Wettbewerbsfähigkeit. In zwei Jahren könnte ein Referendum dazu führen, dass Großbritannien die EU verlässt. Im Jahr 2017 könnten bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich neue Mehrverhältnisse entstehen, die den Ausstieg aus der Eurozone nach sich ziehen könnten.

Verschärft wird die Situation durch die stetig steigende Staatsverschuldung in Italien und den Konflikt in der Ukraine. Eine neue Ost-West-Konfrontation hätte unvorstellbare Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft und könnte eine neue schwere Rezession auslösen. Der Ukraine wird ein kalter Winter bevorstehen. Eine Ausweitung der Sanktionen gegen Russland würde die deutsche Wirtschaft erheblich in Mitleidenschaft ziehen. Internationale Investoren werden um das krisengeschüttelte Europa einen weiten Bogen machen und lieber auf dem zumindest geopolitisch sehr sicheren amerikanischen Kontinent investieren.

Das Buch zum Blog

In meinem Buch Europa im Würgegriff können Sie Ursachen, Abläufe und Auswirkungen von Finanzkrisen nachlesen. Dabei stelle ich auch historische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge der aktuellen Krise dar. Lassen Sie sich überraschen, wie lange es bereits Krisen gibt, wie oft bekannte Staaten bereits Bankrott melden mussten und was eine Schwarzwälder Familie machen würde, wenn es den Euro nicht mehr geben würde. Dies und viel mehr steht in meinem aktuellen Buch. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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