Die Bankenkrise und die Altersvorsorge

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Die Lage der Weltwirtschaft ist schwierig. Der jüngste Bankenstresstest der EZB offenbarte, dass es um einige der europäischen Kreditinstitute nicht zum Besten steht.

In den Jahren nach 2008 haben es die Länder versäumt, das Problem endgültig zu lösen. Noch immer sind viele Banken unterkapitalisiert. Das Jahr 2015 wird ein schwieriges Jahr werden.

Kommt eine neue schwere Wirtschaftskrise?

Alle sieben Jahre kommt es zu einem stärkeren konjunkturellen Rückgang. Nur diesmal bestehen die Belastungen aus dem Jahr 2008 weiter. Dies könnte dazu führen, dass die Krise länger anhält und noch gravierendere Auswirkungen hat. Die Europäische Zentralbank konnte durch ihre expansive Geldpolitik nur einen Aufschub gewähren, der aber von der Politik nicht für grundlegende Reformen genutzt wurde. Viele Länder sind heute höher verschuldet als 2009.

Der desolate Bankensektor

Viele Banken in Europa haben die schwere Krise von 2008 immer noch nicht überwunden. Einige Institute wurden nur dank umfangreicher staatlicher Hilfen am Leben erhalten. Einen ähnlichen Fehler hat bereits Japan in den Neunzigerjahren begangen. Etliche Banken in Europa haben eine unzureichende Eigenkapitalquote. Hinzu kommen Derivate, deren Risiken nahezu unkalkulierbar sind.

Die Zinsen werden noch etliche Jahre auf einem niedrigen Niveau verharren – zumindest in Europa. Denn schon ein geringfügiger Zinsanstieg würde nicht nur die Banken belasten, sondern auch ganze Staaten an den Rand der Insolvenz treiben. Die niedrigen Zinsen führen aber auch dazu, dass viele Menschen im Alter vor neue Herausforderungen gestellt werden.

Der Nachteil der Niedrigzinsen

Gerade in Deutschland setzen viele Menschen auf verzinsliche Anlagen, um für ihr Alter zu sparen und vorzusorgen. In Deutschland gibt es eine unverbesserliche Sparbuch-Mentalität. Doch inzwischen sind die Zinsen so niedrig, dass Anleger, die auf solche Sparformen setzen, Geld verlieren.

Hinzu kommt der demografische Wandel, der sich nachteilig auswirkt. Das Ausmaß der Altersarmut wird dramatisch zunehmen; die Rentenreform nach der Jahrtausendwende hat dazu geführt, dass das Rentenniveau kontinuierlich weiter absinkt. Auch Normalverdiener, die 45 Beschäftigungsjahre vorweisen können, werden in den Jahren nach 2020 mit einem kargen Einkommensniveau zufrieden sein müssen. Die zusätzliche Altersvorsorge, die sich auf verzinsliche Anlagen stützt, wird versagen und nicht genügen, um die Kürzungen und die höheren Belastungen auszugleichen. Sowohl die betriebliche Altersvorsorge als auch Renten- und Lebensversicherungen sowie Riester-Renten beruhen größtenteils auf verzinslichen Anlagen. Wer nach 2020 in Rente geht, wird eine bittere Erfahrung machen. Denn weder die gesetzliche Rente noch die betriebliche und die private Vorsorge werden ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu halten.

Das Buch zum Blog

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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