Griechenland vor dem Scheitern?

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Auf den ersten Blick erhält man den Eindruck, dass Griechenland erfolgreich sein könnte. Das Land will an die Finanzmärkte zurückkehren; das Bruttoinlandsprodukt konnte im dritten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent zulegen. Dennoch soll das Rettungsprogramm verlängert werden.

Griechenland ohne Perspektiven

Allem Optimismus muss eine Absage erteilt werden. In dem neuen Staatshaushalt klafft eine riesige Finanzierungslücke von über zwei Milliarden Euro. Viele Reformen sind nur schleppend oder unzulänglich umgesetzt worden. Griechenland hat bereits sechs schwere Rezessionsjahre hinter sich, aber die Wettbewerbsfähigkeit hat sich kaum verbessert. Das Land hat immer noch eine Schuldenquote von fast 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Es gibt in der Wirtschaftsgeschichte kein Beispiel für einen Staat, der es aus eigener Kraft bei einer solchen Verschuldung geschafft hätte, der Insolvenz zu entrinnen.

Neuwahlen führen zum Wendepunkt

Die bereits für Februar in Griechenland anberaumten Neuwahlen werden das ganze Ausmaß der Misere offenbaren. Es gilt schon jetzt als sehr wahrscheinlich, dass die Oppositionspartei Syriza die Wahlen mit einer deutlichen Mehrheit für sich entscheiden wird. Danach werden alle bisherigen Vereinbarungen auf den Prüfstand kommen. Griechenland wird sich dann weigern, die Verträge zu erfüllen. Die Zahlungen werden mit Verweis auf die sozialen Härten in der Bevölkerung eingestellt.

In Brüssel wird man versuchen, dieses Ereignis zu bemänteln. Aber Tatsache ist: Alle Kredite, die bislang bewilligt wurden, sind nichts anderes als Subventionen. Früher oder später könnte es sogar möglich sein, dass Griechenland freiwillig aus dem Euro austritt.

Das Buch zum Blog

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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