Wird es eine Währungsreform geben?

17-Muenze-aAuf den ersten Blick mag die Überschrift reißerisch klingen, aber die Frage, ob es in absehbarer Zeit eine Währungsreform geben wird, ist durchaus berechtigt.

Das Thema hat aber weitaus mehr Facetten, als es scheint; denn es geht letztlich nicht nur um die Eurozone, sondern das Problem ist von globaler Bedeutung.

Wohin führt die hohe Verschuldung?

Das Jahr 2008 könnte der Beginn einer schweren Weltwirtschaftskrise gewesen sein, die bislang anhält. Das historisch niedrige Zinsniveau deutet darauf hin, dass wir uns in einer Art Deflationsspirale befinden.  Die Zinssenkungen der Notenbanken sind der Versuch, diese Deflation zu verhindern. Da die Einkommen und die Kaufkraft in den betroffenen Ländern sinken, fällt der Konsum immer weiter zurück.

Das Beispiel der Weltwirtschaftskrise von 1929 ist erschreckend: Da die Politik letztlich das Problem nur unzureichend lösen konnte (auch wenn es Fortschritte in den USA durch den New Deal gab), mündete die Katastrophe zehn Jahre später in den Krieg.

Eine neue Weltwirtschaftskrise?

Immer dann wenn Staaten nicht mehr in der Lage sind, die ökonomischen Probleme im Innern zu lösen, versuchen sie durch außenpolitische Aktionen die Aufmerksamkeit von den wirtschaftlichen Herausforderungen abzulenken. Es bleibt zu hoffen, dass die Konflikte um die Ukraine friedlich und diplomatisch beigelegt werden.

Wirtschaftlich betrachtet sind alle drei Weltregionen in beträchtlichen Schwierigkeiten: die USA, Europa und Russland.

Die USA sind hoch verschuldet und haben nur geringe Chancen, durch Sparen den Haushalt zu konsolidieren. Die Lage in der Eurozone ist ebenfalls äußerst kritisch: Griechenland ist praktisch am Ende; Spanien, Italien und Frankreich sind nicht mehr wettbewerbsfähig. Großbritannien wird aus der Europäischen Union austreten, und in Paris steht nach den Wahlen ein Regierungswechsel an, der die anderen Länder der Eurozone vor ganz neue Herausforderungen stellen wird. In Spanien könnte die neue Protestbewegung „Podemos“ die Regierungsverantwortung übernehmen.

Russland hat es bislang nicht geschafft, neben der Rohstoffwirtschaft andere Industriezweige konsequent aufzubauen. Das Land ist immer noch fast vollständig vom Rohstoffexport abhängig.

Ein Krieg in Osteuropa würde die gesamte Weltwirtschaft erschüttern. Die Folgen könnten unvorstellbar sein: ein umfassender Wirtschaftsboykott, eine schwere jahrelange Rezession, ein sich dramatisch ausweitender militärischer Konflikt und eine Währungsreform. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn international nach sinnvollen und vernünftigen friedlichen Lösungen gesucht würde. Wir alle wünschen uns nämlich, dass auch unsere Kinder und Enkel und alle zukünftigen Generationen in Frieden und Wohlstand leben können.

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Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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