Das Ende der Eurozone

10-Narr-gWie lange wird es die Eurozone geben? Eine solche Frage mag merkwürdig anmuten; doch aus den bisherigen Entwicklungen lassen sich einige entscheidende Schlussfolgerungen ziehen.

Das Ende der Eurozone ist früher oder später besiegelt, wenn es nicht gelingt, grundlegende Reformen durchzusetzen.

Das Schicksal Griechenlands wird das Schicksal Europas

Langfristig wird das Wohlergehen Europas davon abhängen, ob vernünftige Reformen umgesetzt werden. Aufgrund der expansiven Geldpolitik der EZB wird sich der schleichende und immer mehr offensichtliche Niedergang Europas über mehr als ein Jahrzehnt verschleiern lassen. Die umfangreichen Rettungspakete und die großzügige Flutung der Märkte mit Geld werden vorübergehende Wachstumsimpulse auslösen.

Doch wer genau hinsieht, erkennt, dass es sich nur um kurzfristige Strohfeuer handelt. Viele Länder Europas sind international nicht wettbewerbsfähig, und der Wohlstand des alten Kontinents wird maßgeblich davon bestimmt, ob es gelingt, die technologische Innovation aufrechtzuerhalten und Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die weltweit gefragt sind.

Was wird geschehen?

Die EZB wird früher oder später gezwungen sein, den Staatsanleihenkauf beträchtlich auszuweiten und weitere Liquidität zur Verfügung zu stellen. Der Euro wird im Verlauf der Jahre erheblich an Wert einbüßen und als Reservewährung immer unattraktiver. Importe verteuern sich, und spätestens nach einem Jahrzehnt wird in Europa die Armut deutlich zunehmen. Andere Regionen der Weltwirtschaft können sich wesentlich besser behaupten.

Sozialstaatliche Sicherungssysteme werden ausgedünnt, und die Kluft zwischen Arm und Reich wird sich vertiefen. Einige europäische Länder werden ihren Staatsschulden nicht zurückzahlen können. Auch Deutschland wird durch die permanente Krise in der Eurozone immer mehr zurückfallen. Spätestens 2030 wird es keinen Euro mehr geben.

Der Grund: Kaum ein Land in der Eurozone konnte seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Statt dessen steigen die Staatsschulden kontinuierlich weiter. Ein Trend zu einer stärkeren Zusammenarbeit in der Eurozone und zu einer verbindlichen Koordination der Wirtschafts- und Finanzpolitik lässt sich nicht erkennen. Unter solchen Bedingungen wird die Währungsunion scheitern.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

Be Sociable, Share!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.