Hyperinflation in Griechenland?

09-Tempel-bDie Situation in Griechenland ist weiterhin angespannt. Manche Beobachter halten einen Austritt aus der Eurozone für möglich, sollte Athen keine weiteren Milliardenhilfen erhalten.

Vor einem solchen Szenario warnt der Internationale Währungsfonds. Die griechische Regierung müsste bei der Wiedereinführung der Drachme die Zinsen drastisch erhöhen.

Die Hyperinflation

Würde Griechenland aus der Eurozone austreten und eine nationale Währung einführen, dann käme es wahrscheinlich zu einer hohen oder sogar galoppierenden Inflation. Die Drachme würde innerhalb weniger Tage gegenüber dem Euro erheblich an Wert einbüßen. Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas sowie Importe aus dem Ausland würden sich dramatisch verteuern. Die ohnehin schon notleidende Bevölkerung würde zusätzlich belastet. Ein beträchtlicher Zinsanstieg in kürzester Zeit würde die gesamte Wirtschaft auf Talfahrt schicken und eine weitere Rezession nach sich ziehen.

Es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Währungsabwertung langfristig die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands wieder herstellen würde. Griechenlands Ökonomie hat gravierende strukturelle Probleme, die sich nur durch grundlegende Reformen lösen lassen. Eine Abwertung mag ein erster Impuls sein; solange aber die verkrusteten Strukturen weiterhin bestehen, sind die Erfolgsaussichten gering.

Ist der Austritt aus der Eurozone eine sinnvolle Lösung?

Die klare Antwort lautet: Nein! Denn eine solcher Schritt würde andere Länder wie Spanien und Portugal unter Druck setzen. Griechenland selbst wäre auch danach auf umfangreiche Hilfen aus Brüssel angewiesen.

Einfache Lösungen gibt es für dieses komplexe Problem nicht. Dreh- und Angelpunkt für einen Lösungsansatz bleibt die langfristige Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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