Griechenland am Abgrund

09-Tempel-bDer griechische Innenminister kündigte in einer Fernsehsendung am Wochenende an, Griechenland werde die Raten im Juni an den Internationalen Währungsfonds nicht zahlen können.

Bereits bei der Überweisung der letzten Rate musste Griechenland auf Notfallreserven zurückgreifen. Die wirtschaftliche und soziale Lage verschlechtert sich unterdessen weiter.

 

Griechenland fällt immer weiter zurück: Hohe Arbeitslosigkeit

In einer Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts gehören die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen in Griechenland zu den schlechtesten der OECD-Staaten. Von 174 Staaten belegt Athen hinsichtlich der Arbeitslosenquote Platz 174. Die äußerst hohe Staatsverschuldung beschert dem Land Rang 173.

Etwas erfreulicher schneidet Griechenland beim Human Development Index ab, der neben der Lebenserwartung und der Schulbesuchsdauer auch den Lebensstandard berücksichtigt. Hier belegt das Land den Platz 29 hinter Spanien (27) und Tschechien. Deutschland erreicht Rang 6, und Spitzenreiter weltweit ist Norwegen.

Staatspleite in Sicht

Sollte Athen im Juni die fälligen Raten für den IWF-Kredit nicht begleichen können, wäre das Land technisch insolvent. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die anderen Staaten der Eurozone weitere umfassende Hilfspakete bewilligen. Griechenland ist für Südeuropa von erheblicher geopolitischer Bedeutung. Zu einem Austritt aus der Währungsunion wird es daher nicht kommen.

Langfristig aber wird die hohe Staatsverschuldung in etlichen Ländern und die mangelnde Reformbereitschaft den Euro unter Druck setzen.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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