Steht Griechenland vor dem Aus?

09-Tempel-bGriechenland befindet sich in der Dauerkrise: Trotz intensiver Verhandlungen geht es kaum voran. Erst vor kurzem erklärte der griechische Premier Alexis Tsipras, dass Kürzungen von Renten und Gehältern völlig inakzeptabel seien. Weder Reformen am Arbeitsmarkt noch bei den Renten  werden geplant.

Endet Griechenland in den nächsten Monaten in der Staatspleite?

Steht Griechenland vor dem Aus?

Am Horizont tauchen dunkle Wolken auf. Athen sammelt bereits die letzten Reserven ein, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. So wurden beispielsweise die Botschaften und Konsulate weltweit angewiesen, Finanzmittel nach Griechenland zu transferieren. Was wie eine schlechte Posse anmutet, verdeutlicht, wie ernst es um die finanzielle Situation in Athen bestellt ist.

Doch realistisch betrachtet wird die EU Griechenland niemals fallen lassen. Es wird in letzter Minute eine Umschuldung bewilligt werden, bei der die Verbindlichkeiten auf mehrere Jahrzehnte gestreckt werden. Letztlich kommt dies einem Schuldenschnitt gleich, und die Gläubiger werden die Milliarden, die sie Griechenland geliehen haben, nie mehr zurückerhalten.

Geopolitik statt Wirtschaftspolitik

Der Grund für diese ungewöhnliche Opferbereitschaft sind geopolitische Interessen. Griechenland bildet in Südeuropa eine wichtige strategische Außengrenze. Weder die EU noch die USA können es sich leisten, Griechenland preiszugeben. Daher wird das Land weitere Milliardenhilfen erhalten. Die in der Öffentlichkeit ausgetragenen Kontroversen dienen mehr der Gesichtswahrung. Allen Beteiligten dürfte aber klar sein, dass ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone niemals eine Option war.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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