Die Zukunft der Eurozone

17-Muenze-aDie Eurozone steht vor neuen Herausforderungen, denn in den kommenden Jahren werden sich die Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft erheblich verändern.

Ohne eine erhöhte Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit wird die Eurozone für internationale Investoren uninteressant.

Wirtschaftswachstum auf niedrigem Niveau

Trotz aller Bemühungen ist das Wirtschaftswachstum in der Eurozone viel zu niedrig. Die Raten liegen seit Jahren im Durchschnitt weit unter einem Prozent. Die hohe Staatsverschuldung in manchen Ländern und die unzulängliche Reformbereitschaft verschlimmern die Situation.

In Frankreich verharrt die Arbeitslosenquote auf einem hohen Stand. Die Staatsverschuldung steigt, und die Innovationsfähigkeit befindet sich auf einem Tiefpunkt. Die sozialen Spannungen im Land nehmen zu. In Italien wird die Staatsverschuldung immer mehr zu einem unlösbaren Problem.

Die Länder nutzen die Chancen nicht

Und das Erstaunlichste ist: Die Rahmenbedingungen sind gegenwärtig besser als zu einem anderen Zeitpunkt. Der Euro hat in den vergangenen Monaten gegenüber dem US-Dollar beträchtlich an Wert verloren. Die europäische Exportindustrie sollte davon in erheblichem Maße profitieren. Doch die einzige Volkswirtschaft, die sich diese günstige Konstellation zunutze machen kann, ist die deutsche Ökonomie. Die Industrie in Frankreich und in Italien verliert immer mehr Weltmarktanteile.

Ein weiterer Vorteil sind die historisch niedrigen Rohstoffpreise. Der Erdölpreis ist in den vergangenen Monaten dramatisch gesunken. Doch in der Eurozone herrscht weiterhin ein verhaltenes Wirtschaftswachstum. Die Zinsen befinden sich auf einem historischen Rekordtief; noch niemals gab es in Europa einen Leitzins von 0,05 Prozent. Doch die Wachstumsraten in der Eurozone reagieren nicht.

Was geschieht, wenn der Trend sich umkehrt? Was passiert, wenn die Zinsen allmählich steigen und die Rohstoffpreise wieder anziehen? Wenn es nicht gelingt, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Eurozone in absehbarer Zeit zu erhöhen und zu verbessern, wird die Zukunft dieser Wirtschaftsregion wenig erfreulich sein.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

Be Sociable, Share!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.