Die Krise in Griechenland geht weiter

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Zur Refinanzierung benötigen die vier größten Banken Griechenlands 14,4 Milliarden Euro gemäß einer Einschätzung der Europäischen Zentralbank.

Insgesamt betrachtet ist die wirtschaftliche Lage in Griechenland weiterhin angespannt. Die Kapitalverkehrskontrollen halten an, und die Staatsverschuldung steigt weiter.

 

Der Schuldenschnitt in Griechenland wird kommen

Griechenlands Verschuldung wird nächstes Jahr vermutlich auf über 180 oder 190 Prozent steigen. Man sollte sich keinen Illusionen hingeben: Kein Land der Welt kann einen solchen Schuldenberg abtragen. In den kommenden Monaten wird es zu einem Schuldenschnitt kommen. Natürlich wird man in Brüssel und Berlin kunstvolle Umschreibungen für die Maßnahme finden – wie beispielsweise „langfristige Wiederherstellung der Schuldentragfähigkeit“ oder „nachhaltige Prolongierung“. Das klingt besser und beruhigender.

Zu befürchten ist auch, dass die Rekapitalisierung der Banken nicht ausreichend ist und dass Bankkunden herangezogen werden. Ein solches Bail-in wurde bereits in Zypern vorgeführt.

Die Lage in der Eurozone ist kritisch

Beunruhigend ist zudem, dass auch andere Länder hoch verschuldet sind und dass die Arbeitslosenquote in Griechenland und Spanien auf hohem Niveau verharrt. Die EZB wird die expansive Geldpolitik noch ausweiten, um die schlimmsten Auswirkungen abzumildern. Langfristig wird aber nur eine Verbesserung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit in Europa eine sinnvolle Lösung darstellen. Es ist aber fraglich, ob es gelingen wird.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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