2016: Das Jahr der Herausforderungen

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Das Jahr 2016 wird ein Jahr der Herausforderungen werden. Denn viele Probleme in der Weltwirtschaft sind ungelöst, und es kommen neue gravierende Konflikte hinzu.

Das Jahr 2016 dürfte daher besonders turbulent werden. Betrachten wir die Herausforderungen im Einzelnen.

Der Brexit: Tritt Großbritannien aus der EU aus?

Eine  genaue Prognose abzugeben dürfte schwierig sein. Es wird wahrscheinlich ein sehr knappes Votum geben. Wenn Großbritannien aus der EU austreten würde, dürfte dies verhängnisvolle Konsequenzen für die EU, aber auch für London haben. Die europäische Wirtschaft fiele noch stärker zurück und die Ausgaben würden weiter steigen. London würde den unmittelbaren Zugang zu einem der größten Binnenmärkte der Welt verlieren. Allerdings dürften die Folgen nicht so dramatisch sein, da auch die Schweiz, Island und Norwegen gut mit ihrem Sonderstatus leben können. Die Zahl der Befürworter eines Austritts und der Gegner wird sich die Waage halten.

Äußerst bedenklich wäre es aber, wenn Brüssel der britischen Regierung umfangreiche Sonderkonditionen einräumte. Denn dann würden auch andere Länder wie beispielsweise Polen auf Sonderrechte pochen. Das wäre der Anfang vom Ende der europäischen Integration.

Die ungelösten Probleme der Eurozone

Die Eurozone wird weiter unter Druck geraten, da Griechenland auf zusätzliche Hilfen angewiesen ist. Auch in Portugal und in Spanien ist die wirtschaftliche Situation alles andere als entspannt. Die Staatsverschuldung in Italien steigt weiter, und das Haushaltsdefizit in Frankreich wächst unvermindert. Die EZB wird die Geldpolitik weiter lockern müssen, um einen konjunkturellen Rückgang in der Eurozone zu verhindern.

Langfristig sind diese Zustände unhaltbar. In manchen Mittelmeerstaaten ist mehr als die Hälfte der jungen Erwachsenen arbeitslos. Der soziale Niedergang macht sich allenthalben bemerkbar. Griechenland befindet sich seit Jahren in einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale.

Die Probleme in anderen Regionen

In einigen Schwellenländern erreicht der ökonomische Niedergang erschreckende Ausmaße. Je stärker der US-Dollar steigt, desto mehr geraten einige Länder unter Druck. Hierzu gehört beispielsweise Brasilien.

Der sinkende Erdölpreis trägt zur konjunkturellen Misere in Ländern bei, die überwiegend vom Rohstoffexport abhängig sind. Neben Russland und Venezuela sind hier auch viele Länder im Nahen Osten betroffen.

Insgesamt betrachtet dürfte das Jahr 2016 sehr viele ernsthafte Herausforderungen mit sich bringen.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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