China und die Weltwirtschaft

15-Sonne-aDie wirtschaftliche Situation ist erheblich angespannt. Es wird befürchtet, dass etliche Länder im Jahr 2016 in eine Rezession fallen könnten. Auch die Eurozone könnte beträchtliche Probleme bekommen.

Ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung in diesem Jahr ist China. 2015 hat China US-Dollar im Wert von über einer halben Billion verkauft, um die heimische Währung Yuan zu stabilisieren.

Chinas Position in der Weltwirtschaft

China ist inzwischen für die Eurozone und vor allem für Deutschland von größerer Bedeutung als die USA oder andere Regionen außerhalb der EU. Insbesondere die Automobilindustrie ist auf die Absatzmärkte in China angewiesen. Doch auch der gesamte Rohstoffmarkt hängt an der Finanzkraft Pekings. Besonders deutlich wird die Krise am drastischen Verfall des Kupferpreises, der innerhalb von 12 Monaten um mehr als 20 Prozent nachgab.

Auch andere Rohstoffe wie Stahl und Industriemetalle sind betroffen. Ebenso bedenklich erscheint die Lage beim Erdöl. Inzwischen ist selbst die wichtige Marke von 30 US-Dollar je Barrel unterschritten worden. Russland und einige Staaten im Nahen Osten weisen hohe Haushaltsdefizite auf.

Wenn die Konjunktur in China weiterhin zurückgeht, hat dies verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Die Krise in der Eurozone

Die Eurozone ist auf diese neuen Herausforderungen schlecht vorbereitet. Staaten wie Griechenland, Zypern, Italien, Spanien und Portugal sind seit 2008 in einer Dauerkrise. Die Arbeitslosenquote konnte in diesen Ländern kaum verringert werden, und die Staatsverschuldung steigt in der gesamten Eurozone weiterhin ungebremst.

Eine erneute schwere Rezession könnte dann durch staatliche Subventionen und Konjunkturhilfen nicht mehr abgemildert werden. Deutschland wird trotz der Handelsbilanzüberschüsse langfristig in den Abwärtssog der Eurozone geraten.

Das Jahr 2016 könnte zu einem Wendejahr werden: In den kommenden Monaten entscheidet sich unwiderruflich, ob es Europa gelingt, die neuen Herausforderungen zu meistern oder nicht. Ein Versagen würde früher oder später die Eurozone vor eine Zerreißprobe stellen.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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