Europa und eine neue Rezession

15-Sonne-cDie Zeichen in Europa stehen schlecht, denn in den kommenden Monaten könnte eine neue Rezession bevorstehen. Anders als im Jahr 2008, als der Staat noch über genügend Mittel verfügte, um die Auswirkungen abzufedern, ist diesmal die Lage ungemein ernst. Aufgrund der hohen Staatsverschuldung können sich viele Länder keine Neuauflage umfassender konjunktureller Maßnahmen mehr leisten. Eine Rezession würde Europa schwer treffen.

Die fragile Situation der Weltwirtschaft

Eine der Ursachen für eine weltweite Rezession könnte China werden. Die konjunkturelle Entwicklung stockt, und die heimische Währung Yuan verliert an Wert. Problematisch ist auch der Verfall der Rohstoffpreise, der die rohstoffexportierenden Länder zunehmend unter Druck setzt. Typische Beispiele sind Russland und Venezuela. Aber auch im Nahen Osten spitzt sich die Wirtschaftskrise zu.

Europa vor neuen Herausforderungen

Die Eurokrise kann jederzeit wieder auf die Agenda zurückkehren. Denn überall nimmt die Staatsverschuldung kontinuierlich zu. Populistische Tendenzen und die mangelnde Bereitschaft einiger Länder, sich zum europäischen Wertekanon zu bekennen, wird für eine Desintegration sorgen. Der schleichende, aber zunehmend erkennbare Niedergang in vielen Ländern der EU wird die soziale Spannungen erhöhen.

Europa hat nur dann eine Chance, wenn es gelingt, sich wieder auf die Aufbruchsstimmung zu besinnen, die in den Fünzigerjahren zur Gründung der Gemeinschaft führte. Der Euro wird nur noch wenige Jahre bestehen, wenn nicht zügig grundlegende Reformen umgesetzt werden. Ohne ein hohes Maß an Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit wird sich die EU in der Weltwirtschaft nur schwer behaupten können.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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