Griechenland vor erneuter Krise

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Griechenland steht erneut vor einer Verschärfung der Krise. In Berlin und Brüssel gibt man sich gelassen, doch die Situation ist überaus ernst. Allen vollmundigen Beteuerungen zum Trotz befindet sich Griechenland in einer Dauerkrise, die immer bedenklichere Ausmaße annimmt. Die Politik agiert hilflos und vertagt eine sinnvolle Lösung. Doch diesmal könnte die Eurozone in Mitleidenschaft gezogen werden.

Griechenland am Abgrund

Entgegen aller optimistischen und beschönigenden Prognosen ist die Lage in Griechenland weiterhin äußerst angespannt. Keine der Reformen hat bislang eine dauerhafte Wirkung gezeigt. Auch die jetzigen Sparpläne der Athener Regierung stoßen auf erbitterten Widerstand in der Bevölkerung, und auch die bisherigen Reformen zeigen keinerlei Wirkung. Experten gehen davon aus, dass spätestens im Sommer die Diskussion um einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone wieder an Fahrt gewinnt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Migration nach Griechenland zunimmt. Sollte Mazedonien die Grenzen schließen, würde die wirtschaftliche Lage sich innerhalb von Tagen dramatisch verschlechtern. Allein bis Ende März muss Athen 5,5 Milliarden Euro an Schulden begleichen. Alle Versuche, das Steuersystem effizienter zu gestalten, sind gescheitert. Die Regierung in Athen versucht daher, durch Rentenkürzungen den Haushalt einigermaßen zu sanieren. Die Erfolge bleiben jedoch aus.

Die Eurozone

Die Krise könnte auf die gesamte Eurozone übergreifen. Sollte Athen ernsthaft vor einem Grexit stehen, würde dies die gesamte Wirtschaftsregion erschüttern. Sehr schnell würde die Frage aufgeworfen, ob nicht auch andere Länder der Eurozone austreten sollten. Ohne eine grundlegende Lösung des Problems wird sich die Lage früher oder später erheblich verschlechtern. In Athen wird sich entscheiden, ob der Euro dauerhaft Bestand hat.

Über den Autor

geraldpilz

Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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