Wie geht es mit Griechenland weiter?

09-Tempel-b

Griechenland verhandelt erneut mit den Geldgebern um weitere Milliardenhilfen. Im Gegenzug sollen mehr als 5 Milliarden Euro an Ausgaben bis 2018 eingespart werden.

Doch die Bevölkerung ist reformmüde. Der Widerstand ist groß; vor allem die geplante Reform der Pensionen stößt auf deutliche Ablehnung in Griechenland.

Sparziele nicht erreichbar

Für das Jahr 2018 ist ein Primärüberschuss von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geplant. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, müsste Athen jedoch weitaus mehr als 5 Milliarden Euro einsparen. Erforderlich sind nach Schätzungen 9 bis 10 Milliarden Euro. Schon 5 Milliarden Euro dürften illusorisch sein.

Allerdings kann Griechenland zumindest einen Teilerfolg vorweisen, der die Gläubiger besänftigen wird: Es ist gelungen, den Hafen Piräus an einen chinesischen Großinvestor zu veräußern. Damit erfüllt Athen einen Teil des Privatisierungsprogramms, das aber weiterhin im Inland kontrovers beurteilt wird.

Kommt der Schuldenschnitt?

Offiziell wird es keinen Cut geben; denn Berlin hat keinerlei Interesse daran, vor den Wahlen im nächsten Jahr für Unmut in der Wählerschaft zu sorgen. Statt dessen wird man auf eine weitere Verzögerung setzen. Bei einem offiziellen Schuldenschnitt müssten nämlich auch Forderungen der EZB abgeschrieben werden, für die die Mitgliedsstaaten der Eurozone aufkommen müssten. Ein solches Szenario ist für Deutschland nicht akzeptabel. Daher wird man mit Verlängerungen und Umschuldungen eine Interimslösung finden.

Über den Autor

geraldpilz

Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

Be Sociable, Share!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.