Griechenland: Rückkehr an die Märkte?

09-Tempel-aDie Regierung in Athen plant eine Rückkehr an die Finanzmärkte. Doch ist dieses Ziel realistisch? Wer die Entwicklungen in den vergangenen Jahren sorgfältig betrachtet, stellt desillusioniert fest, dass nahezu alle Versprechen nicht eingelöst wurden. Griechenland hat nicht ein einziges Ziel erfüllt. Alle Prognosen zum Wirtschaftswachstum und zur Konsolidierung der Finanzen waren nicht das Papier wert, auf dem sie standen.

Die Spaltung der Eurozone

Die Eurozone ist im Prinzip in zwei Lager gespalten: in jene, die notorisch notleidend sind, und jene, die noch ein einigermaßen akzeptables Wirtschaftswachstum vorweisen können. Länder wie Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und Frankreich haben sich seit der schweren Krise im Jahr 2008 nie wieder richtig erholt. Da sie den Euro nicht abwerten können, besteht ihr einzige Chance, den Wachstumspfad wieder zu erreichen, darin, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zu erhöhen. Doch bislang ist dies keinem der Staaten spürbar gelungen. So benötigt Griechenland trotz aller angeblichen Fortschritte und vollmundiger Beteuerungen weitere 12 Milliarden Euro.

Ist der Brexit der Anfang vom Ende der Eurozone?

Sollte die britische Bevölkerung in einem Referendum im Juni beschließen, die EU zu verlassen, so wäre dies vermutlich eine schwere Belastung für den Zusammenhalt in Europa. Ein Auseinanderbrechen der Eurozone würde dadurch beschleunigt.

Die Eurozone hat nur dann eine ernsthafte Chance, wenn es gelingt, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit erheblich zu steigern.

Über den Autor

geraldpilz

Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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