Der Brexit wird nicht kommen

17-Muenze-dMan muss keine Kristallkugel bemühen, um vorherzusagen, dass der Brexit nicht kommen wird. Wer sich verschiedene Referenden ansieht, stellt schnell fest, dass die Bevölkerung im Zweifelsfall immer für den Status quo stimmt. Veränderungen sind generell unbeliebt, und daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien in dieser Woche für einen Austritt aus der EU votiert, gleicht Null.

Referenden sind eher konservativ

Schon die Abstimmung über den Verbleib Schottlands hat gezeigt, dass – auch bei einer knappen Mehrheit – die meisten lieber die gewohnte Situation beibehalten möchten. Ein Austritt der Vereinigten Königreichs hätte langfristige und ungewisse Folgen. Auf ein solches Abenteuer wird sich kaum jemand einlassen wollen. Natürlich wäre es auch für London möglich, mit bilateralen Verträgen sich den Zugang zur EU abzusichern. Aber in der Zwischenzeit würde die Unsicherheit vorherrschen.

Experimente jeder Art sind den meisten Wählerinnen und Wählern eher fremd. Schon die Abstimmung in der Schweiz über das Grundeinkommen hat verdeutlicht, dass die Mehrheit lieber die Dinge so belässt, wie sie sind. Grundlegende Veränderungen und ein erkennbarer Wandel vollziehen sich meist schleichend. Beharrungstendenzen bergen aber stets auch die Gefahr, dass irgendwann ein disruptiver Wandel erfolgt, der alle überrascht. Viele Länder sind schlecht gerüstet für die Herausforderungen im 21. Jahrhundert.

Großbritannien bleibt in der EU

Großbritannien wird der EU die Treue halten. Das heißt aber nicht, dass alles beim Alten bleiben wird. Ein disruptiver Wandel wird erfolgen, wenn die Staatsverschuldung und der Reformstau in der Eurozone unerträglich werden. In absehbarer Zukunft werden die hohe Verschuldung Griechenlands, die Probleme in Spanien und Italien, die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit vieler Mittelmeerländer und die unzulängliche Innovationsfähigkeit wieder auf der Agenda stehen.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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2 Gedanken zu „Der Brexit wird nicht kommen

  1. Nun wo man weiß, dass fast jedes Statement in diesem Artikel hier falsch prophezeit wurde, sollte man ihn vielleicht still und heimlich löschen ? … ich werd’s auch keinem verraten 😉

    Vielleicht wäre die Kristallkugel doch angebracht gewesen … grins

  2. Falsch behauptet. Hätten sie beim schreiben ihres Artikels vielleicht doch lieber eine Kristallkugel verwendet :-))

    Grüsse aus der Schweiz.

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