Kommt im Herbst der Crash?

15-Sonne-aSeit der letzten schweren Rezession 2008 sind mittlerweile acht Jahren vergangen. Damals löste der Immobilienmarkt in den USA einen weltweiten Niedergang der Börsenkurse und einen massiven Konjunktureinbruch aus. In der Regel tritt eine solche gravierende Rezession alle sieben bis acht Jahre auf. 2016 könnte es wieder so weit sein.

Der Krisenherd liegt diesmal in Europa, wo das Bankensystem weiterhin toxische Kredite aufweist und unterkapitalisiert ist. Es gibt gleich mehrere bedenkliche Einflussfaktoren, die zu einem Crash führen könnten.

Italien und das Bankensystem

Die Banken in Italien benötigen zusätzliches Kapital in Höhe von mehr als 360 Milliarden Euro. Bislang ist dieses Problem nur teilweise gelöst. Die italienische Wirtschaft schwächelt immer noch, und es mangelt an Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Matteo Renzi hat ein Referendum anberaumt, das eine Reform des Senats ermöglichen soll. Er möchte die zweite Parlamentskammer in eine Vertretung der Regionen umwandeln und deren Vetorecht einschränken. Aufgrund der angespannten ökonomischen Lage in Italien könnte das Referendum jedoch zu einer Abstimmung und Generalabrechnung über die Wirtschaftspolitik des Landes werden. Ein Scheitern der Reform würde unweigerlich Neuwahlen einläuten und populistische Strömungen weiter stärken. Selbst ein Austritt aus der Eurozone wäre dann ein nicht mehr völlig unwahrscheinliches Szenario.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch in den anderen Ländern der Eurozone das Bankensystem sich in einer problematischen Situation befindet. Spanische, griechische, französische, aber deutsche Kreditinstitute sind unterkapitalisiert.

Die Auguren warnen: Ein Crash ist möglich

Immer mehr Hedgefonds und Milliardäre zeigen sich skeptisch und warnen vor einer Blase. Einige Fonds setzen seit Monaten auf drastisch fallende Kurse. Aufgrund des Niedrigzinses ist der Immobilienmarkt in etlichen Staaten bereits deutlich überhitzt. Aber auch an anderen Märkten sind deutliche Rückgänge möglich. Im Einzelhandel in den USA sind mittlerweile die Umsätze rückläufig, und selbst bei Schnellrestaurants sinken inzwischen die Umsätze. Wenn selbst in diesen Wirtschaftssektoren die Konsumlaune an Dynamik verliert, sind größere Probleme vorgezeichnet.

Besondere Belastungsfaktoren sind zudem der Austritt Großbritanniens aus der EU, der bereits jetzt das Land in Schwierigkeiten versetzt, das sich verlangsamende Wirtschaftswachstum in den USA und verschiedene anstehende Wahlen. Hierzu gehören die Präsidentschaftswahlen in Washington, die Bundestagswahl 2017 und die im Frühjahr nächsten Jahres stattfindenden Wahlen in Frankreich.

Ein Crash ist nicht mehr ausgeschlossen, und politische Verwerfungen könnten das Jahr 2017 maßgeblich prägen.

Über den Autor

geraldpilz Dr. Dr. Gerald Pilz ist Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Autor zahlreicher Bücher über Finanz- und Börsenthemen.

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