Der Bitcoin – das Gold des Internetzeitalters?

09-Tempel-cImmer mehr Medien berichten nun über den Bitcoin, der dank seines Höhenflugs ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Am 19.11.2013 erreichte der Bitcoin im Tagesverlauf einen Spitzenwert von über 900 US-Dollar Doch ist die virtuelle Währung eine realistische Alternative für Euro, US-Dollar oder Schweizer Franken?

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Ist Gold die Lösung?

16-Safe-aViele Kritiker des Euro plädieren für die Einführung eines neuen Goldstandards, um eine stabile und sichere Währung zu schaffen. Doch ist der Goldstandard tatsächlich eine sinnvolle Lösung?

In früheren Jahrhunderten sorgten Silber- und Goldmünzen dafür, dass das Vermögen, welches die Menschen angesammelt hatten, nicht einfach zerstört werden konnte – weder durch eine Inflation noch durch eine Währungsreform. Moderne Währungssysteme beruhen nur auf einer sehr fragwürdigen Grundlage: dem Vertrauen. In dem Augenblick, in dem das Vertrauen in eine Währung verloren geht, ist der Ruin vorprogrammiert. Insofern hatten es die Menschen in früheren Epochen mit Gold- und Silbermünzen wesentlich einfacher, sich gegen solche Entwicklungen zu schützen. Allerdings gab es auch schon damals Münzverschlechterungen in der Spätantike und in der Neuzeit, bei denen unedle Metalle beigemischt wurden.

Das Greshamsche Gesetz

Bereits im 16. Jahrhundert beschrieb der britische Ökonom Thomas Gresham das nach ihm benannte volkswirtschaftliche Gesetz, dem zufolge die schlechten Münzen die guten im Handel verdrängen. Gresham beriet sogar die englische Königin Elisabeth I. Eine Münzverschlechterung bewirkt, dass werthaltige Münzen, die noch genügend Gold oder Silber enthalten, gehortet werden.

Mit der Einführung der Banknoten, die sich endgültig erst im neunzehnten Jahrhundert durchsetzten, begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Geldsystems. Zuerst wurden die Banknoten nur dadurch akzeptiert, dass der Staat eine umfassende Deckung durch Gold garantierte. Doch diese Sicherung wurde sehr schnell immer mehr zurückgefahren. Schon im deutschen Kaiserreich nach 1871 konnten die Goldreserven nur ein Drittel der Banknoten absichern. Nach dem Ersten Weltkrieg gaben zahlreiche Staaten den Goldstandard endgültig auf.

Das System von Bretton Woods

Das System von Bretton Woods sorgte nach 1945 für eine gewisse Stabilität. Die USA garantierten die Einlösung von US-Dollar in eine festgelegte Menge Gold und sorgten auf diese Weise für Vertrauen. Der US-Dollar wurde zur weltweiten Ankerwährung. Als die Staatsausgaben jedoch in den 1960er rasant anstiegen und der Vietnam-Krieg die Staatsverschuldung in die Höhe trieb, war die Goldbindung nicht mehr zu halten. Als Anfang der siebziger Jahre das gelbe Edelmetall freigegeben wurde, entstand eine beispiellose Goldhausse, die den Preis von ursprünglich 35 US-Dollar auf über 800 US-Dollar je Feinunze im Jahr 1980 entfesselte.

Ist ein neuer Goldstandard die Lösung?

Die Antwort lautet: nein. Denn die hohe Staatsverschuldung weltweit ist so enorm, dass die Einführung eines Goldstandards zu einer Deflation führte, die die Weltwirtschaftskrise von 1929 in den Schatten stellen würde. Eine solche drastische Maßnahme würde keine Volkswirtschaft überstehen. Langfristig wäre aber eine Währung sinnvoll, die nicht auf dem fragwürdigen Vertrauen in eine Volkswirtschaft und in eine Notenbank beruht. Diese Währung müsste international gültig sein und auf einem Wert basieren, der nicht beliebig vermehrt werden kann. Es wäre auch denkbar, ein neues Bretton Woods zu etablieren, das als Anker mehrere Edelmetalle oder einen breit gestreuten Währungskorb verwendet.

Das Buch zum Blog

In meinem Buch Europa im Würgegriff können Sie Ursachen, Abläufe und Auswirkungen von Finanzkrisen nachlesen. Dabei stelle ich auch historische, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge der aktuellen Krise dar. Lassen Sie sich überraschen, wie lange es bereits Krisen gibt, wie oft bekannte Staaten bereits Bankrott melden mussten und was eine Schwarzwälder Familie machen würde, wenn es den Euro nicht mehr geben würde. Dies und viel mehr steht in meinem aktuellen Buch. Ich wünsche Ihnen viel Freude damit.

Welcher Weg führt aus der Krise der Eurozone?

17-Muenze-aIm Jahr 2012 hatten die Regierungen der EU mit vielen Versprechungen und großer medialer Anteilnahme einen Wachstumspakt verkündet, der nicht nur einen schnellen Aufschwung, sondern auch eine Verringerung der Schuldenlast ermöglichen sollte.

Bilanz nun: Der Pakt ist völlig gescheitert. In den Mittelmeerländern fanden weder umfassende Strukturreformen statt, noch konnte die Rezession überwunden werden. Die Kluft zwischen Arm und Reich in Europa nimmt mit jedem Tag zu. Die Arbeitslosenquote erreicht in vielen südeuropäischen Staaten Rekordwerte. Im Jahr 2012 war die EU-Kommission noch von 11 Prozent ausgegangen; tatsächlich sind im EU-Durchschnitt bereits jetzt 12,2 Prozent erreicht. Strukturreformen sind in Frankreich und Italien nicht einmal im Ansatz erkennbar.

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